SKAN & BALTISCH

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STUNDOM

ma jeg holde din hand

gofolk.dk

Emma Kragh-Elmöe, Julian Vejgaard und Villads Hoffmann

Bringen uns eine interessante Mischung traditioneller Tänze mit klassischer Kammermusik und modernen symphonischen Elementen.

Du kannst schwedische Polska und Bach heraushören. Musikalisch ist die CD eine Herausforderung. Die Drei sind großartige Musikanten. Plötzlich hörst Du Varianten zu „Ein Männlein steht im Walde“. So ist die CD voller Überraschungen. Es sollte mich nicht wundern, wenn sie eine Folk-Oper mit vielen Elementen zusammenstellen würden.

Sie gewannen mit ihrer Musik den Preis junger Talente von den dänischen Musik-Trophäen und sind zu großen Überraschungen fähig. Wer mit Kompositionen, Improvisationen, Musizieren und eigenem eine gute Stimmung erzeugen kann und Freude verbreitet, hat Voraussetzungen für Meisterschaft.  hh  

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Ledfoot – Black Valley       Label: TBS Records, 2021. mc

Black Valley – Der Titel charakterisiert die gesamte CD. Ledfoot aka „Tim Scott McConnell“ präsentiert hier sein fünftes Album. Der Stil?

Gothic Blues vielleicht, gutes Folk-Songwriting auf jeden Fall. Intensive Musik ist das, tiefgehend, manchmal etwas düster daherkommend. Hörenswert.  Ledfoot ist Träger des Spellemannprisen, quasi des norwegischen Grammys, ein alter Hase, der hier seine ganze Erfahrung als Sänger und Songwriter ausspielt.

Zum Hören empfehle ich einen heißen Tee mit Rum oder starken Kaffee, schwarz bitte.

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JYDS PA NAESEN

Kort og godt  - Short and OK

gofolk.dk

Ivan Damgaard, viol, Michael Sommer, vio, Jesper Vinther Petersen – akk, Benny Simmelsgaard – Bass

Sie zählen zu den algen Meistern der dänischen Folkmusik und beherrschen ihre Instrumente Meisterhaft. Das zeigen die sechs selbstkomponierten Tanzmusiken

Schon mit ihren ersten bringen sie den Raum zum Schwingen, wenn sie ihre Geigen tanzen lassen, untermalt vom Akkordeon. Das Dingdongdideldudingding reißt mich vom Schreibhocker. Da zaubert die Polska, fetzt die Polka und hupft der Schottisch.

Und spätestens beim Walzer habe monija gerufen, mit mir zu tanzen. Aber nicht nur die flotten Melodien, sondern auch die zarten Töne erfreuen. Aber selbst „Stille ture“ reißt mit.  Da freut sich das Folkieherz.   hh

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Himla – Himla   Label: GO’Danish Go 0121, 2021. mc

Irgendein Schlaukopf hat mal skandinavische Folkmusiken so charakterisiert: Dänische Folkmusik ist Musik des Lichts, schwedische Folkmusik ist die Musik der dunklen Wälder, und norwegische Folkmusik ist ein Mix aus beidem.

Himla ist ein dänisch-norwegisches Songwriter-Trio mit Adine Fliid (voc, git), Siri Iversen (clarinet, bass clarinet) und Oda Dyrnes (Cello). Himla ist auch gleichzeitig der Titel dieser Debut-CD. Von hellem dänischen Licht ist hier keine Spur. Ganz genau hingeschaut lässt die Instrumentierung das bereits ahnen. Dies ist eher ein melancholisches Album zwischen Volksmusik, Klassik, Songwriting und Avantgarde, auch gerne mal mit Disharmonien experimentierend, und musikalisch wie auch textlich nachdenklich, und teils sehr schwer.

Nichts für Stunden des Frohsinns, aber ganz sicher sehr gut gemacht.

Die (noch nicht ganz so) berühmte Nichte einer berühmten Tante erfreut uns mit einer CD – Sigrun Loen Sparboe ist die Nichte, die Tante, der Name sagt es ja, ist Kirsti Sparboe.

Wer nun aber geniale Schunkelschlager im Stil von „Ein Student aus Uppsala“ erwartet, wird bei der Nichte Überraschungen erleben. Sie hat fast alle Lieder selbstgeschrieben, und hier dominieren leise, leicht melancholische Stimmungen.

Die einzige Ausnahme, zugleich das munterste Lied auf dem Album, stammt von der auch hierzulande bekannten Autorin Gro Dahle. Auf dem Cover ist Sigrun Loen Sparboe mit Gitarre abgebildet, bei den Infos zu den einzelnen Stücken ist sie allerdings nur als Sängerin aufgeführt.

Indes, der Multigitarrist Mattias Krohn Nielsen macht seine Sache als diskreter Begleiter wirklich hervorragend. In den Liedern geht es um Liebe, klar, um Freundschaft, um Fürsorge für andere, aber auch viel um Natur, die wir, vielleicht, noch retten können.

Titel wie „Das Haus und der Vogel“ und „April“ zeigen, wohin die musikalische Reise geht. Wunderbar und mit unvergesslicher Melodie das abschließende Wiegenlied.

Sigrun Loen Sparboe: Dønninger, Grappa, www.grappa.no

Und Buchtipp: Gro Dahle: Bösemann, NordSüd Verlag, 18,--, übersetzt von Christel Hildebrandt

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VAEV – VAEV   Label: GO‘ Danish 1620, 2021.  mc

Man muss sie mögen, “folktronische” Musik, dann liegt man mit dieser CD richtig.

Das Album ist ganz sicher nichts für Traditionalisten, ganz und gar nicht, obwohl Basis fast aller Stücke dänische Traditionals sind. Aber Poul Lendal (Rigsspillemand (fiddle u.v.m) 2014) und David Mondrup, Lehrer für elektronische Musik an der Kunsthochschule Engelsholm (Laptop, Harmonium, Keyboards etc.) machen ihr eigenes Ding. Das ist manchmal überraschend, manchmal vielleicht auch mit etwas zu viel Geräusch versehen, aber das ist auch sicher Geschmackssache, und immer mit einem Augenzwinkern präsentiert. Und auf jeden Fall ist es auch für Traditionsliebende interessant zu hören, wie sich Folkmusik weiterentwickeln könnte.

Und wer das deutsche „Drunten in der grünen Au“ und das irische „Bog down in the valley“ schon kennt, der kann seinen Musikhorizont mit der dänischen Variante „Langt ud i skoven“ erweitern.

Norwegische CD

Randi Tyttingsvåg ist eine von den norwegischen Liedermacherinnen, die bisher unbedingt auf Englisch schreiben und singen wollten. Nun aber hat sie ihre erste CD auf Norwegisch veröffentlicht, und die ist das Anhören wirklich wert! Der Titel zeigt die Richtung an: Trostlieder für angstvolle Nächte“, klingt nicht lustig. Das Genre Trostlied fällt ja eigentlich ins Ressort ihres genialen Landsmannes Lars Martin Myhre, aber darüber lässt sich hinwegsehen, wenn die Trostlieder eben so überzeugend sind wie diese.

Es fängt mit einem Walzer an, später swingt es munter (Trost braucht eben nicht melancholisch zu sein), und das alte Elvis-Stück „Always on my mind“ ist in ihrer Nachdichtung geradezu zum Mitweinen schön.

Das Swingen ist übrigens den Klarinetten von Vidar Kenneth Johansen zu verdanken, weitere Gastmusiker liefern den diskreten instrumentalen Hintergrund zu Randi Tyttevågs Gesang. Im Klappentext dankt sie mehreren Ärzten für ihre Hilfe, das in einem grauenhaften Deutsch gehaltenen Infoblatt (Bing-Übersetzung oder so?) erwähnt die „Coronavirus-Zeiten“, aber was auch immer der Grund gewesen sein mag, dass die Texte teilweise einer persönlichen Krise entsprungen sind, ist deutlich zu hören, und gerade das macht sie vermutlich so tröstlich.

Randi Tyttingvåg Trio: Trøsteviser for redde netter, Kirkelig Kulturverksted, www. kkv.no (GH)

Auch dieses Buch aus der wunderbaren Schriftenreihe von Norsk Folkeminnelag (der norwegischen Gesellschaft für Volkskunde) gibt es bisher nur auf Norwegisch, aber wir hoffen. Es hat einen romanhaften Titel: Der Volksfreund und der Meisterdieb. Der Volksfreund ist Ole Vig, ein früher Volksaufklärer, treibende Kraft hinter der norwegischen Heimvolkshochschulbewegung, pietistischer Christ und eigentlich furchtbar moralisch. Der Meisterdieb ist Ole Pedersen Høiland, eben ein Meisterdieb, der für seine Diebereien im Zuchthaus landete. Diese Institution hieß damals auf Norwegisch „Slaveri“ und wie Sklaven wurden die Gefangenen behandelt, zumal solche wie Høiland. Der nämlich wurde berühmt als Ausbrecherkönig – immer wieder entkam er der Sklaverei in Oslo, selbst, wenn er mit eisernen Ringen an die Mauer gekettet war oder in einen Käfig gesteckt wurde, damit die Reisenden ihn besichtigen konnten, ohne sich fürchten zu müssen. Bei seinem vorletzten Ausbruch legte er so ganz nebenbei einen Bankraub hin, mit dem sich für die nächsten 100 Jahre kein anderer in Norwegen messen konnte. Aber die vielen Jahre in Ketten und das anstrengende Räuberleben hatten seine Kraft zerrüttet und nach einem gescheiteren Ausbruchsversuch beging er 1848 im Alter von 52 Jahren in seiner Zelle Selbstmord.

Er war damals in ganz Europa berühmt, es gab Lieder über ihn auf Englisch, Scots und Französisch, und er wurde verherrlicht als edler Räubersmann, der von den Reichen nimmt und den Armen gibt – leider gar nicht wahr, er nahm mit Vorliebe von den Armen und behielt die Beute für sich. Es gab auch schon zu seinen Lebzeiten eine Biographie über ihn auf Schwedisch, die sich angeblich auf eine norwegische Quelle bezog, und zwar auf den Bericht des Volksfreundes Ole Vig (1824 – 1857). Die galt lange als verschollen, wurde aber aufgefunden, und Knut Hermundstad Aukrust, Professor der Kulturwissenschaft in Oslo, druckt sie in seinem Buch zur Gänze ab, weist indes auch nach, dass Vig einen älteren Bericht benutzt und mit seinen moralischen Erörterungen angereichert hat. Er stellt beide Oles vor, beschreibt, wie der Mythos des Gentleman-Ausbrechers entstand, wie er sich in Europa verbreitete und auf welche älteren Mythen und Sagen er aufbauen konnte. Und es gibt wunderbare (oder grauenhafte, z.B. von Ole Høiland im Käfig) Illustrationen. Einfach ein spannendes und lehrreiches Buch! Knut Hermundstad Aukrust: Folkevennen og Mestertyven, 250 S.,

Norsk Folkeminnelag, bei Scandinavian Academic Press, www.scandinavianacademicpress.no (GH)

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Innerhalb der Tagung des MINDENER KREISES fand das Bellman-Konzert der hervorragenden FOLK-Gruppe MOLWERT statt.

MOLWERT besteht aus Hans-Willi Ohl, Klaus-Peter Basel, Edgar Illert, Dietrich Jaekel und Wolfgang Mettenberger. Sie besteht seit ca. 1985. Es gibt die tonträger Molwert, Ntobene, Endlich, Die Gedanken sind frei. Kontakt_ Edgar Illert, Darmstadt 06151 7898 511, Hans-Eilli Ohl, Darmstadt 06151 421 334

Der Mindener Kreis ist ein Zusammenschluss älterer zumeist ehemals Bündischer mit folgenden Aufgaben:

  1. Zusammentreffen von Menschen ähnlicher Jugenderfahrungen, zum Kennenlernen und zum Pflegen von Freundschaften.
  2. Der MK sammelt "Schriftgut, Dokumente und Nachlässe zur Geschichte der Jugendbewegung, insbesondere zur Geschichte der Nachkriegsjungenschaften seit 1945, aber auch ihrer Vorläufer vor 1933 und in der Illegalität des Dritten Reiches"
  3. Darstellung von Entwicklungen und Prägungen im Jugendalter
  4. Herausgabe von Schriften zu den Arbeiten, Nutzung der persönlichen Kapazitäten der Mitglieder.
  5. Tagungen und Informationen zu genannten Themen
  6. Freundschaftsbegegnungen der heute vielfach über Achtzigjährigen.

TAGUNG IN PETERSHAGEN BEI MINDEN 29.9.-1.10.21

Das DJH-Gästehaus bietet gute Möglichkeiten für eine Tagung von 70 Teilnehmern mit Einzelunterbringung und guter Verpflegung und sehr guten räumlichen Voraussetzungen.

Thema: Berichte über Erfahrungen ehemals Jugendbewegter (Berichte über Erfahrungen in den Gruppen und Darlegungen, wieweit sich diese in Beruf und Familie bewährt haben)

Es berichteten Eberhard Biniek, Eckard Holler, Karsten Stange, Helmut Steckel, Hanno Botsch, Günter Fieger-von Kritter (Häring)

Moderation: Jürgen Reulecke.

Konzert: Am Sonnabendabend gab die Folkgruppe „MOLWERT“ ein hervorragend ausgearbeitetes und vorgetragenes Bellman­-Konzert,  Lieder: Zur Nacht wurde gemeinsam gesungen.

Die Lebensberichte der Vortragenden wurden diskutiert. Jürgen Reulecke moderierte locker und humorvoll.

Wie erwartet ergaben sich viele Parallelen. Die meisten der Teilnehmer haben studiert, haben sich in Beruf und Familie stark engagiert und sind der Auffassung, dass ihre persönliche Souveränität durch ihr Wirken in den Bünden der Jugendbewegung geprägt wurde. Begeisterungsfähigkeit, Engagement, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbereitschaft und auch Lebens- und Gestaltungsfreude schimmerten aus den Berichten. 

Ich begegnete vielen Menschen, die ich oft vom Namen her schon kannte oder seit vielen Jahren nicht gesehen hatte. Beeindruckt war ich besonders dadurch, dass ich wohl noch nie einen Kreis zwar alter, aber so souveräner Menschen erlebt habe, wie den Mindener Kreis mit seinen Mitgliedern. Das gesamte Treffen war von gegenseitiger Freundlichkeit und von Respekt geprägt. In persönlichen Gesprächen, in den Redebeiträgen, selbst durch die Kleidung und durch das gemeinsame Singen wurde mir das deutlich. Für mich als Neuling hat die Tagung in ausgezeichneter Atmosphäre das Thema gut erfüllt.

Bei der Mitgliederversammlung wurden der bewährte Vorstand zügig und einstimmig entlastet der neue ebenfalls zügig und einstimmig gewählt. Nach Jürgen Reulecke trat nun Hanno Botsch als Vorsitzender an. Schriftleiter seit 2011 bleibt Eberhard Schürmann (Eby) weiterhin. Die Kasse übernahm Günter Fieger von Kritter (Häring) von Horst Zeller. 

Die nächste Jahrestagung soll Anfang Juni 2022 im Kloster Schöntal bei Heilbronn stattfinden. Einige Themen sind vorgeschlagen. Der Vorstand wird in Zusammenarbeit mit Mitgliedern das neue Thema wählen, evtl. weiterer so bewährter persönlicher Vorträge von Prägungen und Lebenswegen von Mitgliedern.    

hedo holland,  3.10.21

Skandinavisch als Oberbegriff ist vielleicht nicht ganz richtig, aber die Musik wurde in Norwegen aufgenommen, und einer der beiden Sänger ist Norweger. Der andere ist Andy Irvine, und der tritt immerhin gern in Norwegen auf. Hier mit seinem dortigen Busenfreund Lillebjørn Nilsen. 1994 waren sie zusammen beim Telemark-Festival, warum sie lange rumgetrödelt haben, bis endlich auch alle Fans, die damals zufällig nicht in der Nähe waren, teilhaben dürfen, verraten sie nicht. Ein Foto zeigt die beiden noch recht jungen Herren damals, Lillebjørn noch mit kurzen Haaren, dafür mit Zigarette, Andy Irvine schon damals alterslos. Wie die Musik! Nichts, rein gar nichts, hat ihre Musik seit damals an Frische verloren.

Der eine singt auf Norwegisch, der andere ist im Hintergrund zu hören, umgekehrt genauso, ihre vielen Instrumente passen perfekt zueinander, sie singen alte Lieblinge („My heart’s tonight in Ireland“ und „Ola Tveiten“), Stücke, die wir nicht so oft hören („A Prince among Men“ und „Jenta in Chicago“), ein paar Instrumentals sind auch dabei, zwischendurch stellen sie sich gegenseitig dem Publikum vor und lassen ein paar muntere Sprüche los,

ach, alles ist ein Hochgenuss, aber leider ist die CD mit knapp unter einer Stunde viel zu kurz. Viel zu kurz …

Lillebjørn Nilsen/Andy Irvine: Live in Telemark, Heilo, www.grappa.no (GH)

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Svøbsk – Den Langfingrede                                      Label: Go Danish GO0621

Kongero, ein nordschwedisches Dialektwort (verwandt mit finnischen Wörtern, kangaspruut z.B. bedeutet Webstuhl) für Spinne, ist der Name, den vier grandiose Sängerinnen ihrer Gruppe gegeben haben. Sie singen a-capella, mal schmissig, mal getragen (wie bei dem Choral „Vila Stilla“), es geht los mit einem lebhaften Lockruf, dem wohl kein Rind und kein Schaf widerstehen könnten, es folgt die schwungvolle Kuckuckspolka, und so geht es immer weiter – unglaubliche Harmonien von fast nicht-mehr-irdischer Schönheit, viel Traditionelles, aber auch selbstgeschriebene Lieder, jedes davon einfach hinreißend.

Die CD wurde live aufgenommen, im kanadischen Longueuil (Québec), die begeisterten Reaktionen des Publikums beweisen, dass bei solchen Gesangskünsten die fremde Sprache keinerlei Hindernis mehr bedeutet.

Kongero: Live in Longueiul, Nordic Notes, www.nordic-notes.de (GH)

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Stringflip – Stringflip      Go’Danish GO0421 mc

Es gibt sie, diese Melodien, die wirklich das Herz berühren. Der Titel „Marie & Nikolaj“ auf diesem Erstlingsalbum dieser jungen Band ist so einer.

Und es gibt sie, diese jungen MusikerInnen, die gleich mit voller Wucht und dabei mit äußerster Leichtigkeit ein wundervolles Erstlingsalbum produzieren und dabei mühelos die Grenzen von dänischer und schwedischer Folkmusik überschreiten und mal ein wenig Jazz, Irish Folk oder Klassik durchblicken lassen. Völlig mühelos. Was für ein großartiges Album ist Emma Kragh-Elmøe (violin, viola), Sofie Bollen (violin), Veronika Kroell Voetmann (cello) und Albin Sundin (cittern) da gelungen! Sieben der neun Titel sind von den Musikern selbst komponiert, zwei sind traditionell (schwedisch und dänisch). Der Einstiegstitel kommt gleich in voller Breite daher und erinnert ein wenig an die schwedische Band Hemållt,

Titel 2. „Skåningen“ kann nicht besser traditionell schwedisch klingen. „Down to the Docks/Set to Sail“ kann irischer nicht sein, “Ganger” ist feinster Jazz mit Malthe Kaptain (trumpet) als Gast. Auch alle anderen Titel können gleichermaßen begeistern.

Und last not least der Titel „Fisken / Æ Rømeser“, den man vielleicht vom Danish String Quartett, ULC oder Baltinget kennt, bildet das traditionelle Finale dieser tollen CD. 10 von 10 Punkten.

Liv Solveig ist Norwegerin, sie schreibt und singt auf Englisch, und in der Pressemeldung steht über ihr Debütalbum „Slow Travels“, es sei „eine Ode an den Delay“ und „Atmosphärische Klangbilder mit urbanem Puls“. Das klingt so grauenhaft, dass man sich zusammenreißen muss, um überhaupt reinzuhören, aber um so größer ist die Überraschung: Es ist eine wunderbare CD, und Liv Solveig gehört nicht zu den Leuten, die unbedingt in einer anderen Sprache singen wollen und sich nicht weiter um die Aussprache scheren.

Von Stimme und Stil her erinnert sie an die McGarrigle-Schwestern, und das ist doch schon mal großartig. Sie schreibt ihre Melodien im derzeit angesagten internationalen Liedermacherstil, auch gut (deutlich bei „Start again“). Beim ersten Lied legt sie wildes Tempo vor, feine Melancholie prägt die übrigen, bisweilen sehr kurzen Lieder („One morning in Harlem“ hat nur vier Zeilen).

Eine interessante Bekanntschaft und ein wirklicher Hörgenuss.

Liv Solveig: Slow Travels, Cargo Records, www.livsolveig.com (GH)

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Svøbsk – Den Langfingrede      Label: Go Danish GO0621. mc

Ja, wenn man doch ein wenig besser Dänisch verstehen könnte…

Dann würde man etwas genauer wissen, worum es in den einzelnen Songs geht. So oder so: Dies ist die fünfte CD des Quartetts um das Duo Maren Hallberg (accordion) und Jørgen Dickmeiss (violin, guitar, vocals) mit Theis Langlands (piano, harp) und Simon Busk (percussion).

Eine feine CD ist das auf jeden Fall. Fast durchweg eigene Stücke, jeder steuert als AutorIn ein bisschen Musik bei, und fast alles lehnt sich mehr oder weniger an traditionelle dänische wie auch europäische Folkmusiken an. Und nach 18 Jahren des Bestehens von Svøbsk darf man nichts anderes erwarten als souverän und perfekt gespielte Musik.

Mein absoluter Favorit dabei ist „Nu flyver jeg“, eigentlich „Hansa Sangen“, das allerdings nicht aus der Feder der Bandmitglieder, sondern einer Revue aus dem Jahr 1912 (?) entstammt, und mit einer absoluten Leichtigkeit und Luftigkeit daher kommt.

Wen wundert’s, denn da geht es um ein Luftschiff, und wer noch mehr über diese Geschichte lesen möchte, dem sei die Facebook-Seite der Band empfohlen. Des weiteren: Tolle Songs, wunderbare Instrumentals. Alles in allem: Eine schöne CD, einfühlsam gespielt. Eine echte Empfehlung.

   
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