SKAN & BALTISCH

Lea Havelund - En Dikt - Ventede Ven - Duo mit Mats Söndergaard - www.gofolk.dk

Lea Havelund feat. Mads Søndergaard

Lea Havelund  Cello, vokal, Komposition & Mds Söndergaard, Piano, Akkordeon

Sie ist als Multitalent allein und mit vielen Künstlern unterwegs, mit Meisterkünstlern bis zum Odense Symphonie Orchester und verzaubert mit ihren Melodien, ihrer Stimme, ihren Kompositionen und ihrem Cello viele Menschen. Mads ist ein begnadeter und berühmter Pianist und vermag Leas Musikgeschichten feinfühlig zu untermalen. 

Lea schenkt uns mit der CD eine traumhafte Melodienwelt und malt die Natur auf dem Cello mit Wasserrauschen, Vogelgesang und Freude. h

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Junius Meyvant – Guru

Unnar Gisli Sigurmundsson aka Junius Meyvant ist in seiner Heimat Island und darüber hinaus weltberühmt. Er hat schon diverse Auszeichnungen erhalten.

Seine ersten beiden LPs/CDs (beide Tonträgerarten wurden produziert) wurden auch international von Kritikern gelobt.

Dies hier ist seine dritte Scheibe, auch als CD und als LP erhältlich. Sie wurde in kleiner Besetzung im Heimstudio aufgenommen, ist aber trotzdem professionell abgemischt und produziert.

Es ist keine reine Singer-Songwriter Scheibe, sondern bringt diverse Stile aus Soul, Rock und Pop zusammen, High Heels (Nr. 5 auf der Platte) klingt auch, nicht nur durch den Pedal-Steel Einsatz, deutlich nach Country.

Die Herkunft der Musiker, Island, ist aber kaum prägend für die Musik, nur die Texte zeigen den Einfluss der Insel, Ausname bildet vielleicht noch der letzte Song, Undravera, aber wohl hauptsächlich, weil dessen Text nicht, wie bei den anderen, in Englisch, sondern muttersprachlich ist.

Die 9 Songs gehen mit 47 Minuten an die Grenze der Speichermöglichkeit von LPs.

Das Booklet enthält die Songtexte, die von seiner Kindheit geprägt sind, und die Mitmusiker sind auch aufgeführt.

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Elias Akselsen nimmt sich seit Jahren der Lieder und Überlieferung der norwegischen Reisenden an, sie nennen sich Tatere, und sie entsprechen den Travellers in Irland, auch was die Diskriminierung angeht, der diese Bevölkerungsgruppe noch immer ausgesetzt ist. Interessanterweise klingt ihr Gesangsstil bisweilen ähnlich, was einige Lieder auf der CD beweisen. Die Lieder auf dem Album stammen fast alle von Elias Akselsen, einige Male greift er auf traditionelle Melodien zurück.

Einige Male wird a-capella gesungen, zumeist von Elias Akselsen selbst. Dazu gibt es lange Balladen, die traditionell sein könnten, z.B. „Buro Bengen“, über den Jungen aus der sesshaften norwegischen Bevölkerung, der sich in ein Tatermädchen verliebt, was auf beiden Seiten als Tabubruch betrachtet wird. Allerlei Studiogäste haben an dieser CD mitgewirkt, besonders beeindruckend ist der Gesang von Anita Kleppe. Hinreißend auch die Geige von Ola Kvernberg und das Akkordeon von

Stian Carstensen. Elias Akselsen: Horta, Grappa, www.grappa.no (GH)

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Norwegische CD:

Geirr Lystrup war einer der prägenden Aktivisten in der großen Liedermacherzeit der 70er Jahre in Norwegen. Als die hohe Welle abebbte, hat er sich nicht zurückgezogen, sondern immer seinen Kram weitergemacht, genau, wie seine Fans ihn liebten und lieben. Zwischendurch hat er auch Kinderbücher geschrieben, die leider nicht ins Deutsche übersetzt worden sind. Jetzt liegt eine neue CD vor, sie heißt „Prestegård“, Pfarrhof. Das Cover zeigt einen solchen, aber eher untypisch: Das eher düstere Holzhaus wurde angereichert mit knallroten Blumen, einem munteren Vogel auf dem Dach, einen gedeckten Kaffeetisch davor und an der Eingangstreppe die Regenbogenflagge.

Dass in einem Lied die Pastorin und die Küsterin Hand in Hand gehen, ist da nur folgerichtig. Alle Texte stammen von ihm, bis auf zwei Ausnahmen auch alle Melodien. Er singt mit einer mit den Jahren etwas heiser gewordenen Stimme, die wunderbar zu seinen Liedern passt, dazu hat er allerlei Begleitung, vor allem den Akkordeonspieler Espen Leite. Geirr Lystrup führt uns hier durch sein ganzes Repertoire an Stilen, es klingt unverwechselbar nach norwegischem Liedermaching, angereichert mit traditionellen Einsprengseln, Country, Musette, Sprechgesang, alles ist da und alles ist wunderbar. Die Themen – klar, bei dem Titel, Christentum, aber ein lichtes, menschenfreundliches, lebensfrohes, wenn man Geirr Lystrup hört, kriegt man gleich Lust, fromm zu werden (man muss aber nicht). Geirr Lystrup: Prestegård, Kirkelig Kulturverksted, www.kkv.no (GH)

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Schon lange wollten Svend-Erik Pedersen und Per Fjord Lieder schreiben, die auf den dänischen und überhaupt den skandinavischen Traditionen fußen, und nun haben sie dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt und mit allerlei Gästen eine schöne CD aufgenommen. Regenwettertänze heißt sie, ist aber auch bei Schnee und Nebel gut zu hören. Untertitel: Lieder vom Selsø-Fjord, aber diese Lieder machen sich in jeglicher Umgebung. Es geht gleich los mit einem dänischen Lieblingsthema, dem Elfenhügel, „Elverhøj“, garniert mit feinster Geige von Svend-Erik Pedersen.

Später hören wir typisch nordischen Chorgesang aus dem Mittelalter, wie er auf den Färöern noch immer gepflegt wird (nur mit wenig mittelalterlichem Text), dann gibt es Sprechgesang, wie es sich gehört im Land von Benny Andersen, es gibt Country-Anklänge (die Infos auf der CD verraten leider nicht, welche der gastierenden Sängerinnen was singt), bei denen Dolly Parton Patin gestanden hat, es gibt hämmernden Rhythmus wie bei den Electric Folk-Band der siebziger Jahre.

Einfach schön und gut und überraschend. Regnvejrsdanser. Selsølåter. Sange fra Selsø Fjord.

GO‘ Danish Folk, www.gofolk.dk (GH)

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Aus Dänemark kommen Optur – Nordic Free Folk, drei Männer und eine Frau, die, so sieht das Cover aus, einen Höllenlärm machen, zum Glück aber nicht bei jedem Stück.

Sie sehen sich verwurzelt in den nordischen Musiktraditionen, und die hört man auch heraus, mal mehr, mal weniger. Free Folk eben.

Sie fangen gern mit einem Schottisch an und improvisieren dann drauflos, wobei sie manchmal doch viel freier vorgehen könnten, z.B. ist das skandinavische Einheitssaxophon manchmal doch gar vorhersagbar.

Manche Titel sagen, wo es hingeht - „Næsten Norsk“ ist wirklich „fast Norwegisch“, das echte Hardangergefühl ist heraus zu spüren. Bei der „Pip Polka“ muss es wild zugehen, das ist auch klar.

Manchmal singen sie ein paar Strophen, oder auch nur eine, manchmal reden sie so wild durcheinander, dass die Zuhörerin kein Wort verstehen kann (beim Stück „Nørre Smidstrup Hambo“, wo leider der Titel auch nicht zum Verständnis hilft),

kurzum, eine kurzweilige CD voller oft schöner Überraschungen. Optur – Nordic Free Folk, Go‘ Danish Folk Music,

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„Bare Folk“, ein interessanter Titel. Es kann heißen: Nur Folk, oder: nur Leute, und auf der CD wird das gleichnamige Gedicht der norwegischen Lyrikerin Rebeca Figenschau rezitiert, natürlich zu schöner Instrumentalbegleitung. Bare Folk stammt vom Trio Vrang, alle drei Mitglieder haben sich schon in anderen Zusammenstellungen ihre Sporen verdient, gehen entsprechend professionell ans Werk und überraschen durch ungewöhnliche Arrangements, tadellosen Gesang (leider verraten die Informationen auf dem Cover nicht, welche der beiden Sängerinnen, Tuva Færden und Maja Gravermoen Toresen jeweils das Solo singt) und virtuosem Spiel auf Hardangergeige und Mandoline.

Die Wahl der Instrumente verrät es, sie fußen auf den norwegischen Traditionen. Die meisten Lieder und Melodien auf diesem Album aber haben sie selbst geschrieben, „vrang“, sozusagen, das bedeutet falschrum, aber auch von links gestrickt, oder auf den Kopf gestellt. Passend, wunderbare Muster können beim Linksstricken entstehen, und entsprechend gelungen und abwechslungsreich ist die Musik auf diesem wunderbaren Silberling. Vrang: Bare Folk, Kirkelig Kulturverksted, www.vrangtrio.com (GH)

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Skandinavische CD

Naja, skandinavisch …

samisch ist ja nicht skandinavisch, aber finnisch ist das auch nicht, bisher haben wir beim FM diese Unterschiede ignoriert, der Einfachheit halber also so.

Eine grandiose samisch-norwegische Co-Produktion, mit der Sängerin Marja Mortensson, die alle Texte selbst geschrieben hat. Die Musik dazu hat sie in Zusammenarbeit mit Daniel Herskedal komponiert, und begleitet wird ihr Gesang vom Orchester des Norwegischen Rundfunks. Es geht, so der Titel, um den Zug der Rentiere, der Weg wird beschrieben, die Landschaft, die Aufenthalte, das Wetter, die Erinnerungen an frühere Rentierzüge, und vor allem geht es um die Liebe zu den Tieren, die „uns das Leben geben“, so der Gesang der Hirtin, aus deren Sicht die Wanderung geschildert wird.

Marja Mortensson joikt, und wie, aber die klassisch-musikalische Untermalung auch das Symphonieorchester passt perfekt dazu, hält sich manchmal sehr zurück, dann kommen die phantastische Stimme und die Gesangstechnik zum Ausdruck, dann wird es wieder dramatisch, fast wie Filmmusik (als ob nicht die Sonne über der Hochebene aufgeht, sondern mindestens ein feindliches Heer aufmarschiert). Ganz großes Musikerlebnis, dazu ein wunderschön gestaltetes Beiheft mit Texten (samisch/englisch),

Fotos und Zeichnungen. Marja Mortensson: Raarjroe – The Reindeer Caravan, Veadta, http://www.marjamortensson.no, (GH)

Mia Guldhammer & Morten Alfred Høirup - Tral, Tråd & Traditioner             GO’Dansk G=00921

Mia Guldhammer (voc, shruti box) & Morten Alfred Høirup (git, voc) haben im Spätsommer 2021 ihr Duo-Debütalbum veröffentlicht, das eine Sammlung neuer und alter, ja teilweise sehr alter Lieder und Melodien enthält. Auf dem Album sind Guldhammer & Høirup überwiegend als Duo zu hören, aber auch mit einer Reihe von Gastmusikern aus der dänischen und finnischen Volksmusikszene (u. a. Clara Tesch, Kristian Bugge oder Arto Järvela). Mia Guldhammer ist tief in der dänischen und insgesamt skandinavischen Gesangstradition verwurzelt und gilt als eine der profiliertesten dänischen Folksängerinnen. Zu Morten Alfred Høirup muss man eigentlich nicht mehr viel schreiben: Er ist seit vielen Jahren fester Teil der Kopenhagener Volksmusikszene, jahrelang im Duo mit Harald Haugaard unterwegs oder mit der Band Himmerland. Die Musik der CD: Die einzelnen Lieder, Liebeslieder, Scherzlieder und andere, sind in guter Tradition oftmals mit Tanzstücken kombiniert, die aber hier überwiegend nicht von Melodieinstrumenten gespielt, sondern gesungen werden; ab und zu erinnert dabei Mias Gesang und „Tral“ auch an Jodeln (ok, Skan-Folks würden es eher Joik nennen). So gesungene Tunes muss man mögen, und aus der irisch-schottischen Folkmusik kennt man so etwas als „mouth-music“. Hier klingt es aber manchmal etwas aufgesetzt. Das ist sicher eine Frage persönlichen Geschmacks. Ich hätte mir eher das eine oder andere Melodieinstrument gewünscht. Alles sauber produziert, mit einem ordentlichen Booklet, gibt es hier sicher nichts zu meckern, aber die Musik ist trotzdem eher etwas für eingefleischte (und natürlich auch für vegane) Folkfans.

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Spöket i Köket – Kurbits and Flames

Wenn sich 10 schwedischen Musiker, die zum Teil auch Multiinstrumentalisten sind, zusammentun für ein Bandprojekt und das Ganze über Jahre funktioniert, so ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass die Musik, die diese machen, ob nun traditionelle Folksongs oder Neukompositionen, locker und leicht rüberkommt. Trotz der 5 Bläser (Flöte, Saxophone, Klarinette, Trompete und Posaune) klingt die Band nicht so sehr nach Jazz, wie man vermuten könnte.

Die Songs sind aber gut arrangiert, man glaubt manchmal auch Einflüsse aus ganz Europa rauszuhören, wenn auch die schwedischen und samischen Einflüsse zu überwiegen scheinen.

Alles in allem ist auf der CD wirklich Gute-Laune-Musik der besten Sorte. Auch wenn meine Erwartungen eines bigbandnahen Sounds nicht erfüllt wurden (oder vielleicht grade deswegen), hat mir das Hören dieses Silberlings sehr gut gefallen.

Trotz der 10 Songs und 55 Minuten Länge bleibt der Wunsch nach mehr…

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Mette Kathrine - Familiealbum                            GO’Danish GO1321CD

Mette Kathrine (Jensen Stærk) hat hier ein ganz persönliches Album zusammengestellt. Und man kann sich darüber freuen, dass sie es auch veröffentlicht hat! Das sind allesamt wundervolle, traditionell klingende Kompositionen: Jigs, Pol(s)kas, Walzer, Fynbos etc., alles gespielt auf fantastisch klingenden Beltrami-Akkordeons. Unterstützung erfährt sie bei einzelnen Stücken von einem „who is who“ der dänischen (und norwegischen) Folkszene wie Ditte Fromseier Hockings (fiddle) oder Kristian Bugge und Vegar Vårdal (ebenfalls fiddle), von Ehemann Johs Stærk (git; recording und mix). Und fast schon selbstredend vom allgegenwärtigen Morten Alfred Høirup, dessen charakteristisches Gitarrenspeil man bereits nach der ersten drei Akkorden unverwechselbar erkennt. Eine Ehre für jede(n), der/dem sie eines dieser wunderbaren Musikstücke gewidmet hat. Und wenn man auf ihrem Album „Greatest Hits“ mit Kristian Bugge (siehe im FM unten) Traditionals in Endgeschwindigkeit gehört hat, so kommen einige Tunes auf diesem Album hier um so leiser, fast zärtlich daher. Und haben das Potential, irgendwann mal „Trad.“ zu werden. Gratulation zu diesem Album!
Ach ja, fast hätte ich’s vergessen: Den Titel No.13 muss man bis ganz zum Ende durchlaufen lassen!

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Finnische CD:

Päivi Hirvonen nennt ihre neue CD „Kallio“, das bedeutet „Felsen“. Wie ein Fels in der Brandung steht sie auf dem Cover, die Geige in der Hand, und diese Kraft sollen die von ihr allesamt selbstgeschriebenen Lieder ihren Zuhörerinnen machen. Sie richtet sich an Frauen ungefähr in der Lebensmitte und greift Themen auf wie Rechte von Mädchen, Liebesbeziehungen, psychische Gesundheit, die vielfältige Verantwortung, die immer drückender auf ihren Schultern lastet wie ein zu schwer gewordener Mantel. Das klingt vielleicht deprimierend, aber es gibt doch immer wieder Hoffnung, auf eigene Stärke, auf Solidarität, auf die Kraft unserer Ahninnen. Die musikalische Untermalung trägt das ihre bei, um allzuviel Düsterkeit zu bannen. Anfangs summt Päivi Hirvonen und zupft ihre Geige, dann legt sie los und zeigt, dass sie eine wahre Teufelinnengeigerin ist. Wobei sie sich gerade so weit von den finnischen Traditionen entfernt, dass die noch deutlich zu hören sind und zeigen, wie sehr sie in unseren Alltag 2022 gehören.

Päivi Hirvonen: Kallo, Nordic Notes, www.nordic-notes.de (GH)

Jensen & Bugge - Greatest Hits                                        GoDansk GO0721

Greatest Hits / „20 år med dansk folkemusik“
Mit so einem Album und so einer Titelauswahl kann man eigentlich nichts falsch machen, wenngleich vermutlich jeder Freund dänischer Folkmusik sicher andere Favoriten hat. Mit dem ersten Stück treffen zwei der „Superstars“ der dänischen Folkmusik gleich voll ins Schwarze, nämlich mit den "Sønderho Brudestykker", drei Hochzeitsstücken von der Insel Fanø, die ich selbst vor Jahren von Tove de Fries gelernt habe. Bei manchen Stücken erkennt man ihren weiten Weg, waren sie doch teilweise schon seit Mitte des 18.Jahrhunderts, quer durch Europa so oder ähnlich bekannt. Es wundert also nicht, dass sich unter den Titeln „Rheinlaender“ oder „Tyrolerhopsa“ finden, wurden sie doch von Musiksammlern wie Rasmus Storm oder Jens Christian Svabo in Notenbüchern festgehalten, deren Originale nun ihren Platz in Volkskundemuseen gefunden haben. Nicht museal aber sind die Melodien, sondern werden durch zahllose dänische Musikschaffende lebendig gehalten. Von solch einer ungebrochenen Tradition kann die deutsche Folkmusik leider nur -von Ausnahmen abgesehen- nur träumen. Fast ganz zum Schluss findet sich in der Titelliste, als dänischer Superhit, die „Rumlekvadrillen“, gespielt in atemberaubenden Tempo, und ganz am Ende, quasi zum Abkühlen, die „Viggo Post Polonaise“. Das alles gespielt von Mette Kathrine Jensen (accordion) und Christian Bugge (fiddle). Eindeutige Kaufempfehlung!  MC

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Skandinavische CDs

Øystein Wingaard Wolf ist ein norwegischer Poet, und viele Jahre lang sah er aus wie ein empfindsamer junger Lyriker. Nun hat er eine CD mit eigenen Texten herausgebracht und sieht nicht mehr aus wie ein empfindsamer junger Lyriker, sondern wie? Seht selbst, was gar nicht schwierig sein wird, da der Erwerb der CD hier aufs Dringlichste empfohlen werden muss. Vorn auf dem Cover ist er rasiert, auf der Rückseite hat er einen Vollbart; seine Stimme hat sich in Richtung Tom Waits bewegt, und dazu passen seine Lieder. Er singt und rezitiert, er hat interessante Studiogäste, die eine Vielzahl Instrumente spielen, dazu stimmt bei einigen Liedern die Sängerin Kristine Marie Aasvang mit ein. Die vielen Instrumente (Bouzouki, Gitarre, Akkordeon, Mundharmonika, um nur einige zu nennen) machen auch eine Vielzahl von Stilen möglich. Es geht los mit einem fetzigen Stück, fast wie ein Kinderlied. Es gibt einen Musettewalzer, es gibt melancholische Betrachtungen über den Mond und über den Monat April, es gibt – wir haben es schließlich mit einem vielfach preisgekrönten Poeten zu tun – einprägsame Bilder, „Die Dunkelheit ist ein alter Mann“ oder „Ich habe einen Koffer voller Küsse, Tanzschuhe und Sternenstaub“ (bei ihm reimt sich das). Anschaffen, wie gesagt und hören, hören, hören! Øystein Wingaard Wolf: Napoleon Wolf, Kirkelig Kulturverksted, www.kkv.no (GH)

Wenn eine CD „Jagdgesellschaft“ heißt, was erwarten wir dann? Jagdmusik natürlich, Stille auf der Pirsch, das Halali, die Klage um den von Hunden zerrissenen Fuchs, um nur mal ein paar Gedanken zu nennen, die der Hörerin sofort in den Kopf kommen. Bestimmt ist alles auf der CD zu hören, das alles und noch viel mehr, denn es ist eine reine Instrumental-CD, und als sind die Bilder unserer Phantasie überlassen. Der Titel ist sicher auch ein Wortspiel, der Geiger Steen Jagd Andersen hat alle Titel der CD komponiert, wobei er sich mehr oder weniger an der dänischen Tradition orientiert. Die Titel, „Mr. Peanut“ oder „Salonskottish“ klingen nicht weidmännisch, „Vogelsang-Marsch“ schon eher. „Elegi“ sowieso (fälschlicherweise unterstellen sie diesem griechischen Begriff eine lateinische Herkunft, aus purer Pingeligkeit soll das hier mal erwähnt werden). Jagd oder nicht, es ist grandiose Musik. Die dänischen Traditionen sind, wie gesagt, deutlich herauszuhören, aber es gibt auch Einflüsse von Country, von Gypsy Swing (und wie sie da losfetzen!), es gibt ein liebliches Menuett, und am Ende hauchen sie sogar dem alten Troggs-Hit „Wild Thing“ ein unerwartet interessantes neues Leben ein.

Jagd, Bugge, Beck: Jagdselskabet, Go‘ Danish Folkmusic, www.gofolk.dk (GH)

Skyklokke - Henriette Flach - Musik - GO DANISH - 5705934004821 - 2. Dezember 2022

Henriette Flach - Skyklokke. - Kompositionen Go 1622 CXD + Digital

Henriette spielt Geige, Nyckkelharpa und Hardingerfiedel, Villads Hoffmann spielt die Mandola, Petrus Dillern die Nyckelharpa und Anna Österby Akkordeon.

Die Kompositionen bringen eine ähnliche Stimmung wie Tailcoat, Penny Pascal und Mynsterland.

Teils mit Tempo, teils vollklingend urig, nordisch neblig bringen die Stücke einen Zauber Skandinaviens so richtig zum Fest.

Eine CD für alle die es geheimnisvoll romantisch und erhellend mögen. 

Und indirekt ist sind die Kompositionen auch Interpretationen des Heute mit seinen verworrenen Krisen.

Henriette findet noch jung schon den Zugang zu den tiefen, alten Tönen und Klangfolgen der magischen Tönen und Wurzeln Skandinaviens. 

Eine zaubervolle Kultur-CD

Und Henriette Flach ist ein Name, den es sich zu merken lohnt. 

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