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LYDIE AUVRAY

Air de Décembre

Westpark Music

Diese Winter-CD der großen Akkordeon- und Musette-Meisterin ist ein Erlebnis. Mit ihrer Band entschloss sie sich, jetzt in düsteren Pandemiezeiten zu winterlichen Musiken. Teils etwas melancholisch, teils fröhlich, immer freudebringend.

Themen 13 Stücke sind: Sibirien-Expres, Schlittenfaht, A la Clairefontaine, Valse d`hiver, Blumen im Sturm, Wintr Solstice, aber auch Scarborough Fair, Satisfaction und andere.

Lydie hat ihre Freunde Eckes Malz, Markus Tiedemann und Jörg Fuhrländer dabei, die großartige Musikanten sind. So entstand dieses Album mit leisen und lauten, mit fröhlichen und winterlich ruhigeren Melodien, das den Winter verschönt und erträglicher macht.

Die Quadratur des Kreises ist möglich. Jedenfalls in der Musik- manchmal. Und die scheint hier gelungen, denn das erste Stück auf der CD ist nicht traurig-melancholisch, wie es dem Fado zugeschrieben wird, sondern kommt frisch und fast fröhlich daher.

Belgische CD

Eine neue CD von Guido Belcanto wird immer mit Herzklopfen erwartet, und diese jedenfalls erfüllt alle Erwartungen! Auf dem Cover sehen wir den Meister im Unterhemd in einem ziemlich heruntergekommenen Zimmer auf dem Bett sitzen, müde sieht er aus, scheint nicht zu wissen, wie es weitergehen soll. Aber keine Angst, das Bild ist wie eine Illustration zum traurigen Lied über den Sänger Antoine, der auf einer Parkbank endet.

Im Original war das ein Lied von Townes Van Zandt, und bei den übersetzten Liedern auf der CD finden wir auch einen Titel von Bob Dylan und den alten Ohrwurm „Windmills of my mind“, auf Flämisch viel schöner: „In de kronkels van mijn geest“.

Ja, und die „Ghostriders in the sky“, und zur Melodie von „The Banks of Pontchartrain“ eine ergreifende Ballade über die Liebe zur „Meisje von het Meetjesland“, die Liebe endet so unglücklich, wie das nur bei Guido Belcanto passieren kann, aber der Sänger würde so ungefähr alles geben, um noch einen einzigen Tag mit ihr zusammenzusein.

Es ist aber längst nicht alles so melancholisch – wer auf dem Misthaufen des Lebens Rosen züchtet, kann schließlich kein Pessimist sein. „Rozen op de mesthoop van het leven“ ist ein weiteres umwerfendes Lied auf diesem umwerfenden Album!

Guido Belcanto: In de kronkelen van mijn geest“, Starman Records, www.starmanrecords.com (GH)

Belgische CD

WÖR aus Belgien kennen wir nun schon, haben ihre vorherige CD hochgelobt, und weil das Lob so hoch war, ist es schwer, das noch zu übertreffen. Und dabei hätten sie es verdient, die fünf Herren aus dem schönen und musikalischen Flandern werden immer noch besser. Das Repertoire auf dieser reinen Instrumental-CD stammt aus Sammlungen von Spielmannsmusik aus dem 18. Jahrhundert, die älteste von 1728, die jüngste von 1786. Wunderschön vorgetragen auf traditionellen Instrumenten mit kleinen Einsprengseln der Moderne wie dem Bariton-Saxophon. Sackpfeifen, Akkordeon und Carillon sorgen für den typisch flandrischen Klang, die CD heißt schließlich „Von Türmen“, und auf dem Cover ist logischerweise die Silhouette einer typischen flandrischen Stadt voller Glockentürme zu sehen.  Die Titel sind meistens kurz, „Berlo“ oder „Fiocco“, manchmal geheimnisvoll wie „BWV RdWÖRKed“. Immer wieder staunen wir, wie Melodien durch Europa gewandert sind, ein Stück auf dieser CD finden wir im Repertoire des legendären northumbrischen Pipers Billy Pigg, an anderer Stelle ist deutlich „Summ summ summ, Bienchen summ herum“ herauszuhören. Einfach wunderbar, eine musikalische Entdeckungsreise! Wör: About Towers, www.WeAreWord.com (GH)

Beitrag zum 100. Geburtstag von Georges Brassens

Wenn wir an französische Chansons denken, fallen uns vermutlich zunächst Édith Piaf (Je ne regrette riens), Gilbert Bécaud (Natalie)
oder Jacques Brel (Amsterdam) ein. Der eine oder andere mag vielleicht auch an Juliette Gréco (Le temps des cerises) denken.
Aber Georges Brassens und seine Lieder? Bei einer VHS-Veranstaltung über französische Chansons zeigte sich, dass seine Musik

heute nicht unbedingt nach jedermanns Geschmack ist. In Frankreich gilt Brassens aber als einer der größten Chansoniers seines Landes.
Und auch in Deutschland hat er Spuren hinterlassen.

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www.Galileo-mc.de

www.muziekpublique.be

Amer inÄt Veld, Marieke Werner und Vanessa Diaz Gil singen und spielen, Mateusz Macharek, Bass und Francisco Leal Vázquez, Trompete, begleiten die drei Frauen.

Beibuch mit Texte in Französisch, Englisch und Flämisch, Liedtexte meist in Spanisch.

Musik und Texte von Sura Solomon, Amber in’t Veld und Marieke Werner.

Die melancholischen Lieder mit verwundbaren Inhalten aus der Slam Poesie haben einen feministischen, transkulturellen Hintergrund mit israelischen Traditionen.-

Linde Nijland ist bekannt als Interpretin der Lieder von Sandy Denny – dass sie selbst auch als Liedermacherin brilliert, wussten viele von uns bisher noch nicht. Der Beweis ist nun da: Sie kann’s. Die frischerschienene CD „Ten Years“ bringt mit wenigen Ausnahmen Lieder aus Linda Nijlands eigener Feder. Die Titel lassen es ahnen: Die Sängerin schreibt Stücke, die zu ihrem traditionell beeinflussten Stil passen: „My man is out a-sailing“, „Fishermen“, „The island“.

Dazu kommt das traditionelle „Tiny Sparrow“, in dem vor treulosen Männern gewarnt wird, und das zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwankende „Was it you“ des 2010 verstorbenen englischen Songwriters Ewen Carruthers.

Linde Nijlands Stimme wäre stark und klangvoll genug, um die CD a-capella zu tragen, aber durch ihre Studiogäste –

allen voran Bert Ridderbos, der auf einer Vielzahl von Instrumenten brilliert – wird die CD ganz einfach perfekt.

Linde Nijland: Ten Years, Linden Tree Records, www.lindenijland.nl (GH)

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Jota Martinez mit dem Ensemble Alfonsi spielt Maus aus der Zeit Alfonsos den 10, dem Weisen. Mit originalgetreuen Instrumenten aus dem 13. Jahrhundert zum Ruhm der Heiligen Maria.

15 Jahre wurde an der CD gearbeitet. Instrumente wurden nachgebaut, Musiken gesammelt und weitere im alten Stil dazu gestaltet Es wurde eine wunderbare Musik mit großen Klangqualitäten, wie es sie auf diese Art meines Wissens bisher nicht gibt. Gewisse Ähnlichkeiten bestehen zu Orffs Carmina Burana. Eine bedeutsame CD!   ***** 5 FM-Sterne

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Zusammen mit ihrem Quartett bringt die Sängerin eine gute, klischeefreie Auswahl von romanischem Folkvom Mittelalter bis heute. Dazu Romalieder und rumänische Doina. Dazu mit Lieder von Jacques Brel, und Donizetti, Lied aus Neapel, Kastilien, Portugal, Frankreich, Talien.

Begleitet mit Cimbalon, Hirtenflöte Bandoneon, Gitarre und Bass haben ihre Lieder einen weichen, sehnsuchtsvollen und doch freudevollen Klang, der sicheinprägt.

Jack Poels kommt aus der Provinz Limburg und schreibt und singt in seinem heimischen Dialekt – der aus den niederländischen Dialekten herausragt: Ein Freund, der sich an der Uni Amsterdam immatrikulieren wollte, wurde dort freundlich begrüßt: „Sie sprechen aber schon gut Niederländisch, bestimmt lernen Sie es auch noch richtig.“ – Wenn es beim ersten Hören als fremd klingt, nicht verzagen, außerdem sind alle Texte im Beiheft abgedruckt. Und für Leute vom Niederrhein klingt vieles vertraut, allein schon die Sprachmelodie.

Jack Poels tritt auch mit der Band Rowwen Hêze auf, hier nun also Solo, es ist seine zweite Solo-CD (die erste haben wir hier beim FM verpasst, Skandal!). Auf dem Cover sieht er aus wie ein Landedelmann, und so klingt er auch, höflich, verbindlich, sanft, irgendwie ländlich. Und doch erinnert sein Gesang auch an den frühen Degenhardt! Er hat alle Texte selbst geschrieben und tritt hier auch als Übersetzer in Erscheinung. Ein Lied über einen alten Luftpostbrief (dünnes, brüchiges Papier) ist im Original von Jeff Tweedy, das Lied über die Morgensonne („Ochtendzon“) stammt von Ron Sexsmith. Jack Poels müssen wir uns merken, ein wunderbarer Geschichtenerzähler aus einem an großen Liedermachern wirklich nicht armen Land. Jack Poels: II. Snowstar Records, www.jackpoels.nl (GH)

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Sechs Musiker, die mit mehrstimmigem Gesang, schamanisch ausdrucksvollen Formeln, Perkussion mit Bass und Tamburin Hörer verzaubern. Tradition und Zeit vereinen sich. Wer die Urtöne des Zentralmassivs in Frankreich kennt, der wird vertraute Töne hören und gleichzeitig exotisch berührt werden. Wie die Sechs so mit ihren Stimmen arbeiten, dass sie fast ohne Instrumente aus kommen, ist bewundernswert.

From Napolito belo Horizonte

Antonio Onorato & Toninho Horta

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Zwei Gitarristen, die wunderbare Stücke zum Klingen bringen. Herrliches zweistimmiges Spiel, zum Träumen, zum Arbeiten, zum Wohlfühlen, zum Tanzen, zum Einschlafen. Eine CD, die ich immer wieder hören kann. H

   
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